Radverkehrsanlagen und Velomobil

Radwegführungen uneinheitlich und verwirrend

Ich teile hier meine Erfahrung der Nutzung von Radverkehrsanlagen mit dem Velomobil. Nach dem Wunschbild der Verwaltung sollen Radverkehrsanlagen die Leichtigkeit und Sicherheit für Rad Fahrende verbessern. In der Praxis sieht das meist ganz anders aus. Radwege enden einfach im Nichts, die Führung ist alles andere als kontinuierlich und geradlinig. Meist sind Radverkehrsanlagen eher zusätzlich in die enge Struktur gedrückt, oft auch unter Einschränkung der schwächeren Verkehrsteilnehmer den Fußgängern. Die Führung wechselt oft nach kurzer Zeit die Straßenseite und geht im Zick-Zack-Kurs durch die Ortschaften. Ampelschaltungen für Rechtsabbieger-KFZ kreuzen gleichzeitig geradeaus geführte Radwege, Straßenbegleitende Radwege werden an Kreuzungen stark verschwenkt um dem KFZ Verkehr Vorfahrt zu ermöglichen. Oft ist es auf der allgemeinen Fahrbahn sicherer da man im Blickfeld der KFZ-Lenker ist. Die Geradlinigkeit und Einfachheit an Kreuzungen ist ebenfalls viel besser.

Velomobile können schnell sein

Mit dem Velomobil bewegt man sich wegen der Aerodynamik einfach schneller im Verkehr als mit einem Fahrrad. Rennradfahrer kennen das Problem der unterschiedlichen Geschwindigkeiten und der schlechten Radwegbeläge nur zu gut. Beim Velomobil kommen noch die etwas größeren Abmessungen und das Dritte Rad dazu. Auf glatten Belägen kommt man gut und zügig voran, Kleinformatiges Pflaster und meist noch mit Bewuchs und Absackungen in der Fläche machen die Fahrt beschwerlich. Im Mischverkehr mit Fußgängern hat ein Velomobil dann nichts mehr zu suchen. Es ist zu breit und gefährdet die Fußgänger. Das Argument der Langsamkeit kann hier auch nicht gelten. Niemand würde auf die Idee kommen langsame Arbeitsmaschinen oder Traktoren auf den Gehweg zu verpflichten nur weil sie langsam sind.

Ein kurzes Video zur Veranschaulichung der üblichen Führung. Drei Beispiele, der dritte Teil ist nur der Rechts-Abbiegevorgang an einem Kreisverkehr:

Velomobile

Velomobile sind voll verkleidete Fahrräder. Mit meinem QUEST fahre ich ohne Motor, mit reiner Muskelkraft. Ich bin schlecht trainiert und kein schneller Fahrer. In der Ebene liegt meine Reisegeschwindigkeit um 27 bis 28 km/h. Im längeren Gefälle erreiche ich mühelos auch 60 km/h. Den Schwung nutze ich dann um die nächste Steigung zu überwinden. An Steigungen ohne Anlauf ist das Gewicht von 30kg plus Fahrer herausfordernd, dort nutze ich gerne Radwege wenn sie vorhanden und mit glattem Belag sind. Radwege mit Sandbelag oder Pflastersteinen kosten 50% mehr Kraft, da bleibe ich lieber auf der Fahrbahn.

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